Seit dem 20. Januar 2025 ist Donald Trump wieder Präsident der Vereinigten Staaten – und bereits in den ersten Monaten seiner zweiten Amtszeit zeigt sich: Seine Administration hat eine vielschichtige wirtschaftspolitische Neuausrichtung eingeleitet. In schneller Abfolge wurden präsidiale Dekrete (Executive Orders) erlassen, neue protektionistische Maßnahmen eingeführt und bestehende Handelsstrukturen aufgebrochen.
Besonders drastisch zeigte sich der Kurswechsel am 2. April, dem vom US-Präsidenten so bezeichneten „Liberation Day“: An diesem Tag kündigte die US-Regierung umfassende neue Zollregelungen an. Nur eine Woche später, am 9. April, folgte jedoch eine 90-tägige Aussetzung der geplanten Zusatzmaßnahmen, nur nicht für China. Während dieser Frist gilt für Importe aus 60 betroffenen Ländern ein einheitlicher Zollsatz von 10 Prozent, sofern deren ursprünglich beschlossene Zollsätze höher ausfielen.
Nach Ablauf der 90 Tage – am 9. Juli 2025 – wollte die US-Administration über die Umsetzung der zunächst angekündigten deutlich höheren Zölle entscheiden. Diese Frist wurde für die meisten Länder verlängert bis zum 1. August, insbesondere für die EU. Gleichzeitig wurde mit noch einmal deutlich höheren Zöllen gedroht als ursprünglich angekündigt: