Zuletzt haben geopolitische Risiken und strukturelle ökonomische Krisen für das wirtschaftliche Umfeld von Banken an Bedeutung gewonnen. Ob die Kriege in der Ukraine und in Nahost oder die Corona-Pandemie und die auf sie folgende Inflations- und Zinsentwicklung: Immer häufiger mussten Banken in der jüngeren Vergangenheit auf neue Vorzeichen reagieren. Wie gut berücksichtigen die Institute das in ihrer Risikovorsorge?
Dieser Frage ist die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem Bericht zum Thema „IFRS 9 Overlays and Model Improvements for Novel Risks“ nachgegangen. Das Ergebnis: In Teilen vermerkt die EZB Fortschritte. Aber sie stellt auch fest, dass zahlreiche Banken für die genannten neuartigen Risiken weiter nur unzureichende oder sogar keine zusätzliche Risikovorsorge bilden. Grundsätzlich bestehe daher das Risiko, dass Kreditverluste und Kapitalbedarf unterschätzt werden.