Die Implementierung des Risikomanagementsystems greift mehrheitlich auf bereits vorhandene Daten zurück, die regelmäßig von Risikofunktionen wie dem Risikocontrolling und der Compliance im Rahmen von Risikoinventur und Risikoanalysen erhoben werden. Damit ist es kurzfristig möglich, ein solides Fundament für ein aktives Risikomanagement im Geschäftsbereich zu schaffen.
Das Potenzial zur Weiterentwicklung ist vielfältig. Aktuell setzen Marktführer auf die Gründung spezialisierter Risikomanagement-Teams im eigenen Geschäftsbereich. Know-how-Bündelung stellt sich bereits jetzt als weiser Schachzug dar: Die Steigerung der Daten- und Informationsqualität ist erheblich, gleiches gilt für das Reaktionsvermögen und die Effizienz.
Drei Erfolgsfaktoren für die Risikosteuerung im Geschäftsbereich:
1. Datenqualität steigern
Ein wesentlicher Hebel zur Optimierung der Risikosteuerung ist das zentrale Sammeln relevanter Daten und das Durchführen gezielter Qualitätskontrollen. Die Datenqualität, gemessen anhand von Konsistenz, Vollständigkeit und Aktualität, wird transparent und kann auf das gewünschte Niveau angepasst werden.
Zusätzlich generieren die Kontrollen neue Steuerungsinformationen. Am Ende führen die präzisen und sorgfältig verarbeiteten Daten zu einer verbesserten Unterstützung des Managements durch einen präziseren Risikobericht. Der Blick auf die Risiken weitet sich, die Einflussmöglichkeiten steigen.
dabc
2. Reaktionsfähigkeit erhöhen
Die technologisierte Prozesswelt, zunehmende weltwirtschaftliche Volatilität, erhöhte Reputationsrisiken durch Social Media und steigende Kundenerwartungen erhöhen die Geschwindigkeit, innerhalb derer die Bank auf Veränderungen in ihrem Umfeld reagieren muss. Dies treibt auch die Bedeutung stabiler und performanter Prozesse weiter nach oben. Indikatoren, anhand derer die Prozessstabilität und -performance laufend überwacht und transparent gemacht werden, stellen daher bereits heute einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor dar.
Sie sind idealerweise an kritischen Stellen der Wertschöpfungskette und deren Schnittstellen platziert, um die Veränderung des eigenen Risikoprofils zu messen. So tragen sie zur Verlängerung des Reaktionszeitfensters bei: Entscheidungen können schneller und informierter getroffen werden.
3. Komplexität reduzieren
Wie erwähnt, gehen insbesondere marktführende Institute dazu über, Expert:innen in Teams zusammenzuziehen. Der Grund liegt in der höheren Effizienz, die durch das Bündeln von Kompetenzen entsteht. Denn Aufgaben, die von unterschiedlichen Risikofunktionen an den Geschäftsbereich herangetragenen werden, überschneiden sich häufig.
Der Bündelung folgt automatisch die Zentralisierung der Erhebung und Verarbeitung von Risikoinformationen und dem Aufbau eines zentralen Datenhaushalts. In der Konsequenz fallen Inkonsistenzen schneller auf, ihre Ursache kann behoben werden. Das steigert die Datenqualität – sowohl im eigenen als auch im bankweiten Risikomanagement.
Das Gründen solcher Expertenteams bringt viele Vorteile: Kommunikationswege werden kürzer, Prozesse effizienter, die Komplexität nimmt ab. Am Ende entsteht ein klares Bild vom eigenen Risikoprofil.