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      Key Facts

      • Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat die Konsultation zur Methodik und zu den Templates des EU-weiten Stresstests 2027 gestartet.
      • Erstmals sind auch transitorische und physische Klimarisiken Bestandteile des regulären EBA-Stresstests.
      • Die zahlreichen Veränderungen in der Methodik und den Templates erfordern eine frühzeitige Analyse und Vorbereitung auf Seiten der teilnehmenden Banken.

      Alle zwei Jahre führt die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) einen Stresstest unter den europäischen Banken durch. Das Ziel der EBA-Stresstests besteht darin, die Widerstandsfähigkeit der Banken gegenüber schweren wirtschaftlichen Belastungsszenarien zu bewerten und ihre Kapitalausstattung unter Stressbedingungen transparent zu machen – so auch beim vergangenen Stresstest 2025.

      Nun hat die EBA die Informationen für den diesjährigen Stresstest veröffentlicht und dafür somit einen früheren Zeitpunkt gewählt, als von den meisten in der Branche erwartet worden war: Am 11. Juni stellte sie den Entwurf der Methodik, die Vorlagen sowie die Leitlinien für den EU-weiten Stresstest 2027 online.

      Wie sieht der Zeitplan für den EBA-Stresstest 2027 aus?

      Bis zum 21. August haben Banken und andere Marktteilnehmer nun die Möglichkeit, die vorgeschlagene Methodik und die Templates zu analysieren und der EBA Rückmeldungen zu praktischen Umsetzungsfragen, Datenanforderungen und methodischen Aspekten zu geben. Im Vergleich zu früheren Stresstests startete die Konsultation in diesem Jahr früher, um den Banken die Vorbereitungen zu erleichtern und die Änderungen an der Stresstest-Methodik besser einschätzen zu können.

      Bedeutende Änderungen an der finalen Methodik erwarten wir nicht, denn die Unterlagen lassen eine Kontinuität der Anforderungen im Vergleich zu den Vorjahren erkennen. Außerdem hat es bereits seit Januar einen laufenden Austausch zwischen Aufsicht und Banken zum Klimarisiko gegeben. Somit können Banken unmittelbar mit den vorliegenden Informationen die Vorbereitungen beginnen.

      Nach aktuellem Stand soll die finale Methodik im vierten Quartal 2026 veröffentlicht werden. Die dazugehörigen Szenarien und Templates folgen im Januar 2027. Die Datenerhebungen sollen im Frühjahr 2027 beginnen, die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für August 2027 vorgesehen. 

      Erwarteter Zeitplan auf Basis der Angaben der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA)

      Zeitplan der EBA Quelle: KPMG in Deutschland, 2026

      Welche Änderungen an der Stresstest-Methodik für 2027 hat die EBA angekündigt?

      Viele methodische Anforderungen des EBA-Stresstests bleiben im Vergleich zu den Vorjahren gleich. Die Banken müssen sich nach 2025 aber erneut auf geänderte Templates in den Bereichen Markt- und Kreditrisiko einstellen.

      Im Marktrisiko beinhaltet der Stresstest nun auch die vollen Auswirkungen des Fundamental Review of the Trading Book (FRTB). Da die Einführung verschoben worden war, waren die FRTB-Anforderungen beim vergangenen Stresstest 2025 noch teilweise ausgeklammert gewesen. Insbesondere Institute mit materiellen Marktrisiko-Kapitalanforderungen müssen diese nun unter gestressten Bedingungen ermitteln.

      Auch Klimarisiken werden nun zum ersten Mal ausdrücklich in den EBA-Stresstest integriert. Für 2027 beinhaltet er erstmals ein eigenständiges Klimarisiko-Modul. Berücksichtigt werden dabei zwei Risikodimensionen:

      • Transitorische Klimarisiken, etwa infolge von CO2-Bepreisung oder steigenden Energiepreise
      • Physische Klimarisiken am Beispiel von Flutereignissen

      Die Berechnungen sollen auf Basis der bankinternen Klimamodelle vorgenommen werden. Hierfür gibt es neue Templates, die die Auswirkungen der Klimaszenarien auf Kreditrisiken und die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erfassen. Die Ergebnisse fließen zwar noch nicht in die eigentlichen Stresstest-Kapitalquoten ein, stellen jedoch einen wichtigen Schritt zur stärkeren Verankerung von Klimarisiken im aufsichtlichen Rahmenwerk dar.

      Der EBA-Stresstest 2027 stellt deutlich geringere Datenanforderungen – das hatte die EBA bereits in ihrem „Simplification Package“ zum Meldewesen angekündigt. Nach Angaben der EBA sinkt die Zahl der erforderlichen Datenpunkte um rund 55 Prozent gegenüber dem vorherigen EU-weiten Stresstest. Die wesentlichen Aufwandstreiber für die Banken bleiben jedoch bestehen.

      Die wesentliche Grundlage hierfür ist die geplante stärkere Nutzung bestehender FINREP- und COREP-Meldungen. Gleichzeitig werden Definitionen vereinfacht und Überschneidungen zwischen Stresstest- und Regulatorik-Reporting abgebaut. Mit Ausnahme des Kreditrisikos zeigt das nach unserer Einschätzung bisher nur begrenzte Auswirkungen – die Umstellung in der Kreditrisikovorsorge stellt aber eine wesentliche Änderung dar und wird entsprechende Aufwände nach sich ziehen.

      Welche Banken nehmen am EBA-Stresstest 2027 teil?

      Am EBA-Stresstest 2027 werden 63 Banken aus der EU und Norwegen teilnehmen, darunter 47 Institute aus dem Euroraum. Zusammen repräsentieren sie rund 75 Prozent der Bilanzsumme des europäischen Bankensektors. Die EBA hat bereits eine vorläufige Teilnehmerliste veröffentlicht; die endgültige Liste wird nach Abschluss der Konsultationsphase festgelegt.

      Zusätzlich sorgt die EZB dafür, dass grundsätzlich alle direkt von ihr direkt beaufsichtigten Institute am EBA-Stresstest teilnehmen, selbst wenn sie nicht auf der Liste der EBA stehen.

      Was sollten Banken zur Vorbereitung des EBA-Stresstests 2027 jetzt tun?

      Aus unserer Sicht sollten die betroffenen Banken die Konsultationsphase dazu nutzen, um die Auswirkungen der neuen Anforderungen systematisch zu analysieren. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere vier Handlungsfelder:

      • Governance und Verantwortlichkeiten überprüfen – insbesondere an den Schnittstellen zwischen Risiko-, Finance- und Nachhaltigkeitsfunktionen
      • Klimadaten und Datenverfügbarkeit analysieren – beispielsweise hinsichtlich der NACE-Klassifikationen der EU (einer statistischen Systematik der Wirtschaftszweige), der Energieeffizienzmerkmale, der Geokodierungen und Informationen zum Versicherungsschutz
      • Interne Modelle und Methoden bewerten – insbesondere für physische und transitorische Klimarisiken
      • Auswirkungen der neuen Templates und Datenanforderungen testen – um spätere Umsetzungsrisiken zu vermeiden

      Die Erfahrungen aus den vergangenen EBA-Stresstests zeigen, dass eine frühzeitige Vorbereitung wesentliche Vorteile bringt. Im Stresstest 2027 dürfte der Fokus jedoch weniger auf den etablierten Prozessschritten liegen als auf der erstmaligen Integration des Klimarisikomoduls.

      Insbesondere die Verfügbarkeit geeigneter Klimadaten, die Abstimmung zwischen Risiko-, Finance- und Nachhaltigkeitsfunktionen sowie die Einbindung interner Klimamodelle werden für viele Institute neue Fragestellungen aufwerfen.

      Aus unserer Sicht bietet die laufende Konsultationsphase eine gute Gelegenheit, diese Themen frühzeitig zu adressieren und mögliche Umsetzungsherausforderungen zu identifizieren. Je früher Banken die Auswirkungen der neuen Methodik auf Datenhaushalt, Prozesse und Modelle bewerten, desto zielgerichteter können sie ihre Vorbereitungen auf den EBA-Stresstest 2027 gestalten.

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      Tim Breitenstein

      Director, Financial Services

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

      Andreas Dittmaier

      Senior Manager, Financial Services

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft



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