Unternehmen stehen heute vor der doppelten Herausforderung, den Nutzen von künstlicher Intelligenz schnell zu realisieren und zugleich eine robuste, wirksame KI‑Governance aufzubauen. Die Gesetzgebung verstärkt diese Notwendigkeit und macht einen systematischen, strategischen Ansatz unverzichtbar.
Daher ist es naheliegend, zunächst eine KI‑Strategie und ein KI-Zielbetriebsmodell abzuleiten und zu klären: „Welche Ziele verfolgen wir mit KI – und welche bewusst nicht?“ So entsteht ein verbindlicher Rahmen für Prioritäten, Einsatzfelder und Verantwortlichkeiten.
Entlang wesentlicher Dimensionen – etwa Wertschöpfung, Ressourcen, Rollen und Verantwortlichkeiten, Prozesse, Erfolgsmessung und Governance – kann dann der aktuelle Reifegrad analysiert werden. Auf dieser Basis lassen sich gezielte Maßnahmen priorisieren, planen und wirksam umsetzen.
In diesem Zusammenhang sollte der Fokus auch auf KI‑Systemen mit allgemeinem Verwendungszweck liegen, etwa auf unternehmenseigenen GPT‑Modellen – hier sind Datenschutz und Data Governance besonders kritisch, allen voran Herkunft und Rechtmäßigkeit der Trainingsdaten, Datenminimierung sowie Transparenz und Nachvollziehbarkeit modellinterner Entscheidungen. Zudem ist eine konsequente Absicherung gegen Angriffe erforderlich (z. B. regelmäßige Red‑Team‑Tests).
Sichere und vertrauenswürdige KI erfordert eine effektive Governance während des gesamten KI-Wertschöpfungsprozesses. Unterstützung bieten hier etablierte Standards wie ISO/IEC 42001, der ein umfassendes KI‑Managementsystem beschreibt – von klar definierten Rollen über strukturierte Prozesse bis zu robusten Kontroll‑ und Überwachungsmechanismen.
Ergänzend dazu bietet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit QUAIDAL zusätzliche Qualitätskriterien, die insbesondere technische Leistungs- und Sicherheitsmessungen vereinfachen und automatisierbar machen sollen.
Auch die beste KI bleibt wirkungslos, wenn Mitarbeitende sie nicht sicher und zielgerichtet anwenden können. Unternehmen sollten daher systematisch in rollenbasierte Trainingsprogramme investieren, um ein ausreichendes Maß an KI‑ und Datenkompetenz zu gewährleisten.