Früher blieben Erben und Nachfolger häufig bei dem Finanzinstitut ihrer Eltern, das schon lange Geschäft und Vermögen der Familie betreute. Heute fühlen sie sich nicht automatisch an das Institut ihrer Eltern gebunden. Im Gegenteil: Gut ein Drittel der jungen Erben in Deutschland wechselt nach dem Vermögenserhalt das Finanzinstitut.
Internationale Studien zeichnen ein noch deutlicheres Bild und zeigen, dass zum Beispiel fast alle hoch vermögenden High Net Worth Individuals (HNWIs) nach dem Vermögensübergang planen, den Anbieter zu wechseln oder ihre Wahl zumindest zu überprüfen – ein Trend, der für Finanzinstitute besonders schmerzhaft ist. Denn bei HNWIs sind überproportional hohe Vermögenswerte pro Kopf gebunden.
Die Gründe liegen in den veränderten Erwartungen, die die nächste Generation an Banken und andere Vermögensmanager stellt: Sie möchte ihr Vermögen digital verwalten, hat ein großes Bedürfnis nach Sinnhaftigkeit („Purpose“) und erwartet Transparenz und Mitbestimmung bei den Investments.
Anders als viele Eltern legen vermögende Millennials oder aus der Gen Z weniger Wert auf filialgebundene, konservative Betreuung. Sie schätzen vielmehr smarte digitale Plattformen, einen Datenzugriff in Echtzeit und eine flexible Produktwahl. Nachhaltige Geldanlage und Anlageklassen wie Private Equity oder Kryptowährungen sind für sie nicht exotisch, sondern ein normaler Bestandteil ihres Finanzlebens.
Kurz: Der Blick der nächsten Generation von Vermögenden auf Finanzdienstleister ist zugleich pragmatischer und fordernder: Wenn ein Angebot veraltet wirkt oder nicht einfach funktioniert, wird es ersetzt – sei es durch Fintechs, Neobroker oder globale Wettbewerber. Gerade heute entscheiden starke NextGen-Angebote darüber, welche Kundenvermögen morgen noch im Haus bleiben.