Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) hat am 7. Juli 2026 vor systemischen Cyberrisiken durch leistungsfähige KI-Modelle („Frontier AI Models“) gewarnt. Nach Einschätzung des ESRB können diese Modelle die Geschwindigkeit, Reichweite und Komplexität von Cyberangriffen erheblich erhöhen und damit die Cyberresilienz des Finanzsystems belasten.
Der ESRB weist in seiner Warnung insbesondere darauf hin, dass KI-Modelle Schwachstellen zunehmend automatisiert identifizieren und die Entwicklung von Angriffen deutlich beschleunigen können. Dadurch könnten bisherige Zeitfenster für die Erkennung und Behebung von Sicherheitslücken erheblich verkürzt werden, was die operationelle Widerstandsfähigkeit von Finanzinstituten zusätzlich unter Druck setzt.
Parallel dazu hat die EZB bedeutende Institute in einem zeitgleich veröffentlichten Schreiben aufgefordert, die Auswirkungen der veränderten Bedrohungslage zu bewerten und bis zum 31. Oktober 2026 Aktionspläne zur Stärkung ihrer Cyber- und IT-Resilienz vorzulegen. Die Aktionspläne sollen unter anderem zum Schwachstellenmanagement, zum Bedrohungserkennung, zum Drittparteienrisikomanagement sowie zur operativen Resilienz umfassen. Der ESRB begrüßt die aufsichtlichen Maßnahmen der EZB ausdrücklich.
Darüber hinaus haben die Europäischen Aufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA die Warnung unterstützt und Finanzunternehmen aufgefordert, ihre Cybersicherheitsmaßnahmen an die zunehmenden Risiken durch KI-gestützte Angriffe anzupassen.
Der ESRB hat die Warnung und die wesentlichen Ergebnisse des begleitenden Hintergrundberichts zudem in einer Pressemitteilung vom 7. Juli 2026 zusammengefasst.