Werden aber zunehmend Wertpapieremissionen über öffentliche DLs bzw. Blockchains getätigt, wird dies voraussichtlich auch Einfluss auf die Bewertung und das Risikomanagement in Banken haben. Beispiele für diese Aspekte sind:
Bewertungsimplikationen
Das Bewertungsmodell von digitalen Wertpapieren ist im Vergleich zu klassischen Wertpapieren ggf. anzupassen bzw. der Preis eines Wertpapiers in einem öffentlichen DL unterscheidet sich ggf. von einem klassischen Wertpapier. Ursachen hierfür sind:
- Unterschiedliche Liquidität an den Märkten
- Berücksichtigung der geringeren operativen Kosten in einem öffentlichen DL
- Geringere Informationsasymmetrie der Marktteilnehmenden bei einem öffentlichen DL (z.B. direkt einsehbare Handelshistorie)
Somit ergeben sich zum Beispiel bei Berücksichtigung von Bid/Offer Spreads oder bei der Berechnung von Additional Valuation Adjustments teils deutliche Unterschiede – nicht nur Marktdaten, sondern auch Bewertungshypothesen wären dann weiterzuentwickeln.
Risikosteuerung
Bei der Marktpreisrisikosteuerung ist zu beachten, dass potenziell neue Risikofaktoren in der Modellierung berücksichtigt werden müssen. Beispiele hierfür sind:
- Einführung neuer „Währungen“ wie zum Beispiel des digitalen Euro oder klassischer digitaler Währungen wie Ethereum und damit neue Anforderung an die „FX“-Steuerung
- Geänderte Liquidität und Volatilität der Preise
Darüber hinaus sind weitere Auswirkungen im Risikomanagement zu beachten, wie der Einfluss der digitalen Wertpapiere auf den gesamten Repo-Markt oder im Market-Making.