Im Bereich Gebäude und Wärme rückt die Energy Performance of Buildings Directive die energetische Performance des Gebäudebestands in den Mittelpunkt. Bis Ende 2025 liegen nationale Renovierungspläne vor, bis Mai 2026 erfolgt die Umsetzung ins nationale Recht. Damit gewinnen aufwändige Sanierungen, vor allem bei älteren Gebäuden oder Gebäuden mit schlechtem energetischem Zustand, an strategischer Bedeutung. Das Wärmeplanungsgesetz und seine Verknüpfung mit dem Gebäudeenergiegesetz führen dazu, dass Kommunen bis 2026 (in großen Städten) beziehungsweise 2028 Wärmepläne vorlegen müssen. Außerdem greift die Pflicht, in großen Städten neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie zu betreiben.
Bei Produkten, Materialien und Lieferketten verschiebt sich der Fokus von einfachen Stücklisten hin zu verlässlichen Umwelt- und Herkunftsdaten. Ab 2026 wirken sich durch den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) die CO₂-Emissionen von Materialien wie Zement, Stahl und Aluminium auf die Kosten aus. Die neue Bauprodukte-Verordnung sowie die geplante Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte und digitale Produktpässe verpflichten Unternehmen künftig zu standardisierten Produktinformationen – darunter Angaben zu Recyclinganteilen, Umweltdeklarationen und CO₂-Werten. Zusätzlich erhöhen die neue Abfallverbringungsverordnung und die Verpackungsverordnung den Druck, Bau- und Verpackungsabfälle sowie Wiederverwendungsquoten systematisch zu erfassen und zu steuern.
Der Bereich Energie sowie CO₂-Preis und -Kosten wird durch den steigenden CO₂-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) geprägt. Ab 2026 liegt der Preis voraussichtlich zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO₂. Dadurch werden Brennstoffmix, Energieverbrauch auf Baustellen und Bau-Logistik zu erheblichen Kostentreibern, die sich nur mit datenbasierten Szenarien sinnvoll steuern lassen.
Im Bereich Reporting und Finanzen steigen die Anforderungen an Transparenz und Standardisierung. Ab dem Geschäftsjahr 2025 gilt für viele große Unternehmen die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) mit ESRS-Berichtspflichten und EU-Taxonomie über alle sechs Umweltziele. Parallel wird die E-Rechnung zum Standard im B2B-Verkehr.