Transferstrategien im Abwicklungsfall: Welche SRB-Vorgaben neu sind
Der SRB fordert eine größere Analyse‑ und Dokumentationstiefe. Vor allem drei Bereiche werden die Aufwände für die Institute erhöhen: der SAR, das Transfer Playbook und der Ausblick auf zukünftige Testing‑Anforderungen.
Separability Analysis Report (SAR): Deutlich mehr Tiefe – und eine neue Marktlogik
Mit dem neuen Standard etabliert der SRB in einem sogenannten „3-Layer-Modell“ eine Logik zur Identifikation geeigneter Transfergegenstände. Dieses Modell verlangt eine strukturierte und iterative Identifikation des Transferperimeters. Layer 1 bildet den regulatorischen Kern: Bankbestandteile, die zum Erreichen gesetzlicher definierter Minimalziele einer Abwicklung zwingend aufrecht zu erhalten sind.
Layer 2 adressiert Vernetzungsbeziehungen, die für die Aufrechterhaltung des Betriebs schwer zu ersetzen sind. Layer 3 zielt auf die Steigerung der Marktattraktivität des Perimeters für potenzielle Erwerber ab.
Zentraler Bestandteil für die Identifikation der verschiedenen Layer ist die Vernetzungsanalyse, die sämtliche finanziellen, rechtlichen, operativen und geschäftlichen Vernetzungen erfasst, klassifiziert und quantifiziert – einschließlich IT‑Migrationskosten, Integrationsaufwänden, Personalkosten sowie Kosten für die übergangsweise (Transitional Service Agreement) bzw. dauerhafte (Service Level Agreements) Erbringung von Services zwischen den beteiligten Einheiten.
Die Analyse der Marktattraktivität fordert eine systematische Herleitung und Dokumentation von Käuferprofilen und Bewertungslogiken. Damit rückt die Käufer‑ und Transaktionsperspektive konsequent weiter in das Herzstück der Operationalisierung von Abwicklungsstrategien.