Steigende Verteidigungsausgaben und neue technologische Anforderungen machen den Defence-Sektor für immer mehr Unternehmen interessant. Neben bereits etablierten Branchenakteuren befassen sich insbesondere Technologieunternehmen, Start-ups und industrielle Mittelständler mit einem Einstieg – etwa in den Bereichen Software, KI, Drohnen, Cybersecurity oder Kommunikation. Wer Aufträge der Bundeswehr übernehmen möchte, trifft jedoch auf einen besonderen regulatorischen Rahmen. Neben Vergaberecht, Exportkontrolle und Geheimschutz gehört dazu das häufig unterschätzte öffentliche Preisrecht.
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) will die Preisbildung bei Bundeswehrbeschaffungen nun reformieren. Eine Arbeitsgruppe soll bis Ende 2026 Vorschläge erarbeiten, wie diese innovationsfreundlicher ausgestaltet werden kann. Dabei soll es insbesondere um digitale und softwarebasierte Produkte gehen sowie um junge Technologieunternehmen, deren Entwicklungs- und Finanzierungsmodelle mit klassischen industriellen Kostenstrukturen nur eingeschränkt vergleichbar sind.