Working-Capital-Maßnahmen wie der revolvierende Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoring-Programmen gewinnen aktuell wieder deutlich an Beliebtheit und Relevanz. Diese Entwicklung wird getrieben von makroökonomischer Unsicherheit, höheren Liquiditätsbedarfen sowie der Zunahme verspäteter Zahlungen. Studien legen nahe, dass insbesondere für den europäischen Markt sowohl längere Zahlungsziele als auch vermehrt überfällige Zahlungen und somit längere DSO (Days Sales Outstanding) zu beobachten sind.1
Unternehmen, die vor diesem Hintergrund entsprechende Maßnahmen planen, tun gut daran, frühzeitig die Vereinbarkeit der ökonomischen und bilanziellen Ziele zu analysieren. Sowohl nach IFRS als auch nach HGB ist die bilanzielle Ausbuchungsfähigkeit der verkauften Forderungen und der damit verbundene Effekt auf bilanzielle KPI an qualitative sowie unter Umständen auch quantitative Anforderungen gebunden. Nachdem diese Anforderungen bereits in vorherigen Veröffentlichungen dieses Newsletters thematisiert wurden,2 soll dieser Artikel explizit einige Fallstricke aufzeigen, die die quantitative Analyse der Verteilung der Chancen und Risiken aus den Vermögenswerten beeinflussen können.