1. Bürokratierückbau: Belastung reduzieren
Bürokratie wird häufig digitalisiert, statt reduziert. Entscheidend ist, die größten Belastungstreiber systematisch anzugehen: unnötige Nachweispflichten streichen, Genehmigungsverfahren vereinfachen und Doppelprüfungen vermeiden. Wirkung zeigt sich nicht in der Anzahl digitaler Formulare, sondern in eingesparten Stunden, kürzeren Durchlaufzeiten und weniger Medienbrüchen. Praxischecks setzen genau hier an: Sie prüfen gemeinsam mit Vollzugsbehörden, Beschäftigten und Betroffenen, welche Regelungen im Alltag besonders viel Aufwand verursachen, wo Medienbrüche entstehen und welche Nachweis- oder Dokumentationspflichten vereinfacht werden können.
2. Bessere Rechtsetzung: Vollzug von Anfang an mitdenken
Unklare oder nicht digital taugliche Regelungen bremsen die Umsetzung in der Verwaltung erheblich. Müssen Normen später erst interpretiert oder technisch übersetzt werden, steigt die Komplexität. Gute Rechtsetzung beginnt deshalb früher – mit klaren Zielen, strukturierten Regeln und einer Logik, die sich digital abbilden lässt. Methoden wie Rulemapping oder „Law as Code“ helfen dabei, Entscheidungslogiken bereits im Gesetzgebungsprozess maschinenlesbar abzubilden und damit digital anschlussfähig zu machen.
3. Bürger- und unternehmenszentrierter Service: Vom Antrag zur Leistung
Viele Verwaltungsleistungen sind noch immer auf den Antrag ausgerichtet – Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen müssen Leistungen also selbst anstoßen, Formulare ausfüllen und Nachweise erbringen, selbst wenn die nötigen Daten dem Staat längst vorliegen. Ein typisches Beispiel ist das Kindergeld: Trotz vorhandener Daten zu Geburt, Meldeadresse und Familienstand müssen Eltern bislang eigenständig einen Antrag stellen. Darum soll der nächste Schritt der Übergang zu proaktiven Leistungen sein: Der Staat erkennt Ansprüche selbst und stößt Prozesse automatisch an – etwa bei der Auszahlung des Kindergelds nach der Geburt.
4. Zukunftsgerichtete Personalausstattung: Kompetenzen als Engpass
Modernisierung scheitert häufig nicht an Technologie, sondern an fehlenden Kompetenzen und ungeeigneten Rahmenbedingungen. Eine leistungsfähige Verwaltung braucht moderne Arbeitsumgebungen, gezielte Weiterbildung und attraktive Arbeitsmodelle. Instrumente wie ein Demografie-Navigator zur strategischen Personalplanung, gezielte Reskilling-Programme und ressortübergreifende Führungskräfteentwicklung – etwa über den geplanten TransformationsHUB – sind zentrale Hebel, um digitale Schlüsselkompetenzen systematisch aufzubauen.
5. Effiziente Bundesverwaltung: Konsolidierung statt Fragmentierung
Unklare Zuständigkeiten, doppelte Strukturen und uneinheitliche IT bremsen die Verwaltung. Effizienz entsteht durch Konsolidierung: gemeinsame Plattformen, verbindliche Standards und durchgängige digitale Prozesse. Das zentrale Digitalisierungsprojekt „D-Stack“ – eine souveräne, interoperable Technologieplattform mit Basisdiensten wie digitalen Identitäten, Bezahlfunktionen und standardisierten Schnittstellen – sowie die Verwaltungscloud und die Registermodernisierung schaffen gemeinsame technische Grundlagen und reduzieren parallele Einzellösungen.
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