Ebenso wie bei großen Transaktionen gilt auch bei kleineren Carve-outs: Das Fundament für einen erfolgreichen Abschluss ist ein sorgfältig abgestimmtes und planvolles Vorgehen, in dem der Prozess in seine Einzelteile zerlegt wird. Als geeignetes Mittel hat sich dafür die Erstellung eines Carve-out-Memorandums etabliert. Dieses Dokument stellt in mehreren Punkten Transparenz für alle Beteiligten sicher:
Carve-out-Objekt unter die Lupe nehmen: Grundlage einer effizienten Analyse und Umsetzung ist ein gefestigtes Verständnis des Carve-out-Objekts, insbesondere mit Blick auf Produktangebot, Dienstleistungen, Märkte, Niederlassungen und/oder Tochtergesellschaften, Mitarbeitende, IT, Vertragslandschaft und Assets.
Auf Basis transaktionsspezifischer Leitlinien kann dadurch auch der Transaktionsmodus beziehungsweise der sogenannte Step Plan (Veräußerung, Abspaltung, Ausgliederung, IPO oder weiteres) unter Berücksichtigung von rechtlichen bzw. aufsichtsrechtlichen und steuerlichen Aspekten bestimmt werden.
Analyse der Abhängigkeiten: Sobald das Carve-out-Objekt und das Zielbild, bestehend aus Geschäfts- und Betriebsmodell (Target Operating Model – TOM) bestimmt worden sind, können alle Verflechtungen, die sogenannten Entanglements, des Carve-out-Objekts identifiziert und entlang der wesentlichen Dimensionen des Zielbilds aufgenommen werden.
Ableitung Day-1-Zielbilder: Daran schließt sich sinnvollerweise direkt die Definition des sogenannten Day-1-Zielbildes an. Um die Komplexität zu senken, wird dieses im Abgleich mit dem aktuellen Betriebsmodell meist unter der Annahme von so wenigen Veränderungen wie möglich skizziert.
Umsetzungs-Roadmap und Kostenschätzung: Basierend auf der Komplexität, der erforderlichen Entflechtungen und des Zielbildes sowie den rechtlichen und regulatorischen Voraussetzungen, können nun konkrete Umsetzungsmaßnahmen entlang des gesamten Geschäfts- und Betriebsmodells geplant werden.
Die Zeit nach Day 1 – Verbesserungspotenziale heben: Bei Carve-outs wird neben der Sicherstellung der Day-1-Readiness auch das längerfristige Zielbild beschrieben. Denn dieses hat regelmäßig Auswirkungen auf das Day-1-Zielbild. Wir empfehlen dabei – abhängig von den Leitplanken der Transaktion und der Zielstruktur –, Wachstumschancen zu ermitteln.