Die stetig steigende Bedrohungslage und die jüngsten Ausfälle sind daher ein Weckruf für Banken und Finanzdienstleister, ihre Notfallpläne stetig weiterzuentwickeln, zu pflegen und Abläufe zu trainieren. Zwar lassen sich Update-Pannen und Cyberangriffe nicht vergleichen, aber sie bedrohen gleichermaßen die Betriebssicherheit von Finanzunternehmen.
Verantwortliche sollten daher ihre bestehenden Krisenmanagement-Rahmenwerke (Crisis Management Framework, CMF) und ihr Risikomanagement daraufhin überprüfen, ob IT-Ausfälle darin ausreichend berücksichtigt sind.
Der Teufel liegt, wie so oft, im Detail. Cyber-Angriffe und Software-Updates werden im Business Continuity Management (BCM) von Banken und anderen Finanzdienstleistern mittlerweile umfassend behandelt und als hohes Risiko erkannt. Anders ist der Fall gelagert bei Signatur- und Content-Updates, die auf Aktualisierungen von Datenbanken, Regeln oder Muster abzielen, die von Softwares verwendet werden.
Sie verfolgen ja gerade das Ziel, schneller auf neue Bedrohungslagen oder Vorgehensweisen von Angreifern zu reagieren. Die jüngsten IT-Ausfälle, die von einem solchen Update ausgelöst wurden, zeigen aber, dass sie sowohl in präventiven als auch reaktiven Plänen noch zu geringe Beachtung finden. Hier sind die Unternehmen gefordert, Lösungen zu finden.
Daher empfiehlt es sich, die weltweite IT-Panne als Weckruf zu verstehen, um die typischen Bestandteile des BCM mit Blick auf die Auswirkungen eines IT-Ausfalls zu überprüfen:
- 1. Business-Impact-Analyse: Analyse der Auswirkungen von Ausfällen auf die Geschäftsprozesse, Identifikation kritischer Prozesse und deren Priorisierung hinsichtlich der Wiederherstellung
- 2. Strategieentwicklung: Entwicklung von Strategien zur Minimierung der Auswirkungen möglicher Ausfälle und zur schnellen Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs
- 3. Notfall- und Wiederherstellungspläne: Erstellung und Implementierung detaillierter Pläne zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs
- 4. Schulung und Sensibilisierung: Festlegen der Inhalte und Durchführung von Schulungen und anderen Maßnahmen zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden für das Verhalten im Notfall
- 5. Tests und Übungen: Berücksichtigung von IT-Ausfallszenarien in Testumgebungen und Übungen