Die deutsche Automobilindustrie steht unter massivem Veränderungsdruck und kennt ihre Probleme. Aber sie reagiert oft zu langsam und vermeidet klare Priorisierung. Elektrifizierung, softwaredefinierte Fahrzeuge, künstliche Intelligenz und geopolitische Spannungen verändern Geschäftsmodelle und Wertschöpfung gleichzeitig. Ich bin davon überzeugt, dass die Unternehmen zwar wissen, dass sie unter Zugzwang stehen, aber ihre Reaktions- und Umsetzungsgeschwindigkeit nicht ausreicht – gebremst durch interne Barrieren, Partikularinteressen und einen oft unklaren Blick auf übergeordnete Ziele.
Die Zahlen aus der Global Automotive Executive Survey für Deutschland (GAES) unterstreichen meine These: Für den GAES haben wir Führungskräfte aus der Branche zu den wichtigsten Zukunftsthemen befragt. 69 Prozent der Unternehmen erwarten eine grundlegende Transformation, aber nur 15 Prozent gehen davon aus, gestärkt daraus hervorzugehen. Diese Diskrepanz zeigt: Es fehlt nicht an Strategie, sondern an der Priorisierung. Die Folge: Entscheidungen werden vertagt, Initiativen parallel gestartet. Die Umsetzung verliert an Klarheit.