Unternehmen, die den „Closing-the-Loop“-Ansatz einführen möchten, sollten die folgenden Schritte berücksichtigen, dabei ihre aktuellen internen Kundenprozesse, ihre Marktposition, Markenimage, übergeordnete Geschäftsziele sowie verfügbare Kapazitäten und Ressourcen einbeziehen:
1. Das systematische Erfassen von Kundenfeedback:
Den Ausgangspunkt bildet das systematische Erfassen von Kundenfeedback, sowohl direkt als auch indirekt, über alle verfügbaren Kanäle wie E-Mail-Umfragen, Bewertungen auf Websites und Interaktionen mit dem Kundenservice. Viele Softwareunternehmen führen beispielsweise nach jedem größeren Release einer neuen Softwareversion Umfragen zur Kundenzufriedenheit durch, um die Benutzererfahrung besser zu verstehen.
2. Die detaillierte Analyse des Kundenfeedbacks:
Im zweiten Schritt werden die gesammelten Daten und Informationen anhand von ausgewählten Kriterien, wie zum Beispiel die Verweildauer auf der Website, analysiert, um Muster, Trends und Verbesserungsbereiche zu identifizieren. E-Commerce-Plattformen evaluieren beispielsweise Kundenrezensionen und Feedback aus Umfragen, um wiederkehrende Probleme beim Checkout-Prozess oder der Navigation auf der Website zu identifizieren.
3. Die Priorisierung der Analyseergebnisse und Planung der Maßnahmen:
Die Priorisierung der identifizierten Bereiche mit Schwachstellen oder Verbesserungspotenzial werden anhand von beispielsweise dem Stellenwert des Bereichs, Umfang des Verbesserungspotenzials oder der Häufigkeit der Nennung der Schwachstelle vorgenommen. Das Erstellen eines Aktionsplans beinhaltet die Priorität der Maßnahme, benötigte Ressourcen, Abstimmung und Zusammenarbeit mit Schnittstellenfunktionen sowie den zeitlichen Bedarf je Maßnahme. Im Hospitality-Bereich erfahren Betreiber:innen zum Beispiel durch Feedback, dass es vermehrt Beschwerden über unzureichenden WLAN-Empfang gibt und priorisieren die Modernisierung der Internet-Infrastruktur in den Gebäuden, in denen dieses Problem vorherrscht.
4. Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen:
Die festgelegten Maßnahmen werden in Abstimmung mit den beteiligten Abteilungen umgesetzt. Hierzu werden konkrete Schritte zum Umsetzen der priorisierten Änderungen auf der Grundlage des Aktionsplans durchgeführt. Im Tourismus-Bereich konnten so Fluggesellschaften beispielsweise auf Feedback über zu lange Wartezeiten an Check-in-Schaltern reagieren, indem sie Selbstbedienungsschalter einführten, um den Prozess zu beschleunigen.
5. Die Kommunikation mit den Kund:innen:
Es ist entscheidend, die Kund:innen über die vorgenommenen Änderungen zu informieren. Während die ersten drei Schritte unternehmensintern vollzogen werden, wird nach Umsetzung der Maßnahmen die Kommunikation an die Kund:innen relevant. Es sollte deutlich kommuniziert werden, dass die Anpassungen der Produkte und Prozesse aufgrund von Kundenfeedback erfolgt sind. Auch zu der Umsetzung der Maßnahmen sollte das Unternehmen Kundenfeedback einholen. Um dies zu realisieren, könnten Unternehmen beispielsweise Updates in mobilen Apps durchführen, die auf Nutzervorschlägen basieren, und die betroffenen Kund:innen per Push-Benachrichtigung über diese Änderungen informieren.
6. Der Abschluss des „Closing-the-Loop“-Prozesses:
Im letzten Schritt wird der Kundenkreislauf geschlossen, indem die Kund:innen darüber informiert werden, dass ihr Feedback berücksichtigt wurde und welche konkreten Maßnahmen ergriffen wurden. Dies unterstreicht den Wert, der dem Kundenfeedback von Unternehmensseite beigemessen wird. Beispielsweise können Einzelhandelsgeschäfte personalisierte E-Mails an Kund:innen senden, die Feedback zu ihrem Einkaufserlebnis gegeben haben, sich für ihren Beitrag bedanken und konkrete Verbesserungen hervorheben, die dadurch erzielt werden konnten.
7. Die kontinuierliche Überwachung und Weiterentwicklung:
Die fortlaufende Überwachung und regelmäßige Anpassung des „Closing-the-Loop“-Prozesses ist entscheidend, damit Unternehmen die Kundeninteraktion stetig pflegen, Authentizität ausstrahlen und Kundenfeedback fest in die Entwicklung von Produkten, Prozessen und Kommunikationsstrategien einbinden können. Dieser Prozess erfordert von Unternehmen das Engagement, jede weitere Anwendung des Prozesses effizienter zu gestalten, die Qualität der umgesetzten Verbesserungsmaßnahmen kontinuierlich zu erhöhen und die Kommunikation mit den Zielgruppen stetig zu verfeinern und zu personalisieren. Technologieunternehmen beispielsweise überwachen fortlaufend die Kundenzufriedenheits-Metriken nach Updates und nehmen basierend auf dem stetigen Kundenfeedback regelmäßige Anpassungen vor, um dauerhafte Verbesserungen zu implementieren. Dieser iterative Prozess ermöglicht nicht nur die Optimierung bestehender Produkte, sondern bietet auch die Chance, aus dem Feedback Ideen für neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln und umzusetzen.
Unternehmen, die kontinuierlich an der Entwicklung und Verbesserung dieser sieben Schritte arbeiten, den Fortschritt regelmäßig überprüfen und ihre Strategien entsprechend anpassen, werden die Customer Experience ihrer Kund:innen nachhaltig verbessern und so die Kundenbindung sowie -loyalität langfristig stärken können.