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      80 % bewerten aktuelle Geschäftslage als zufriedenstellend, gut oder sehr gut, rund die Hälfte erwartet Verbesserung im kommenden Jahr
      • Investitionen: Knapp zwei Drittel (63 %) planen Investitionsausbau nach Kriegsende
      • Engagement: 38 % wollen Aktivitäten in der Ukraine unabhängig vom Kriegsverlauf ausweiten
      • Arbeitsmarkt: 47 % der Unternehmen planen Personalaufbau
      • Standortchancen: Unternehmen sehen Marktpotenzial (54 %), qualifizierte Arbeitskräfte (50 %) und niedrige Arbeitskosten (38 %)
      • Herausforderungen: Kriegsrisiken (56 %), Sicherheitsrisiken für Mitarbeiter (40 %), Sicherheit der Energieversorgung (32 %) und Korruption (32 %) sind zentrale Themen

      Berlin/Kyjiw, 9. Juli 2026
       

      Das Ukraine-Geschäft deutscher Unternehmen erweist sich trotz des Kriegs als äußerst stabil: Vier von fünf Unternehmen (80 %) bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als zufriedenstellend, gut oder sehr gut. Rund die Hälfte (49 %) erwartet eine Verbesserung innerhalb der kommenden zwölf Monate.

      Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen (38 %) planen ihre Aktivitäten in der Ukraine auszubauen oder neu in den Markt einzutreten – unabhängig vom weiteren Kriegsverlauf. Für die Zeit nach einem möglichen Kriegsende planen sogar knapp zwei Drittel (63 %), ihre Investitionen auszubauen. Rund ein Viertel (23 %) will sogar deutlich mehr investieren. Das zeigt eine Umfrage von KPMG Deutschland und der AHK Ukraine unter deutschen Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in der Ukraine.

      Reiner Perau, Geschäftsführer der AHK Ukraine zu den Ergebnissen: „Sie zeigen, dass die Unternehmen gelernt haben, unter Kriegsbedingungen zu arbeiten. Der Krieg ist nach über 4 Jahren für die Unternehmen zu einer von vielen Randbedingungen geworden. Und auch im Krieg wächst die Wirtschaft, so dass sich Chancen für die Unternehmen ergeben. Für die Zukunft wollen die Unternehmen vor allem vom ukrainischen Staat verlässliche Rahmenbedingungen”.


      Deutsche Unternehmen setzen ihr Engagement in der Ukraine auch im fünften Kriegsjahr nicht nur fort, sondern bauen es aus. Sie sehen für sich strategische Chancen, insbesondere mit Blick auf den Wiederaufbau und die künftige wirtschaftliche Integration in die EU und haben verstanden, dass Abwarten keine Strategie ist.
      Andreas Glunz
      Andreas Glunz

      Bereichsvorstand International Business

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

      Unternehmen planen mehr Personal und höhere Investitionen

      Die positiven Geschäftserwartungen spiegeln sich auch in den Personal- und Investitionsplänen der Unternehmen: Fast jedes zweite Unternehmen (47 %) plant, die Beschäftigtenzahl zu erhöhen, 43 % der Unternehmen wollen ihre Investitionen bereits in den kommenden zwölf Monaten ausweiten.

      Die Ukraine ist für deutsche Unternehmen kein reiner Perspektivmarkt mehr, sondern bereits heute operativ relevant – das belegen die Personal- und Investitionspläne. Besonders die Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie hat sich unter Kriegsbedingungen zu einem ernstzunehmenden Technologie- und Beschaffungspartner für westliche Unternehmen entwickelt; hinzu kommen ein starker IT- und Ingenieursektor und hoch qualifizierte Fachkräfte. Wer hier jetzt Präsenz aufbaut, sichert sich Zugang zu Kompetenz und Partnerschaften, die nach dem Krieg deutlich teurer werden.
      Nicolai Kiskalt
      Nicolai Kiskalt

      Partner und Leiter des German-Ukrainian Office

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

      Große Marktpotenziale treffen auf kriegsbedingte Risiken

      Als wichtigste Standortvorteile nennen die Unternehmen das Marktpotenzial (54 %), die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte (50 %) sowie niedrige Arbeitskosten (38 %). Aber auch der hohe Digitalisierungsgrad (30 %) und die strategische geographische Lage (28 %) werden wertgeschätzt.

      Die größten Herausforderungen sind ganz allgemein die kriegsbedingten Risiken (56 %; + 3 Prozentpunkte im Vergleich zu unserer Befragung in 2024) und im speziellen die Sicherheitsrisiken für die dort tätigen Mitarbeitenden (40 %; + 2 Prozentpunkte) sowie die Sicherung der Energieversorgung (32 %; +20 Prozentpunkte). Weitere Herausforderungen sind Korruption (32 %; + 1 Prozentpunkt) sowie Verfügbarkeit von Arbeitskräften (31 %; + 7 Prozentpunkte)

      Vor diesem Hintergrund gewinnen bei Neuinvestitionen Instrumente zur Risikoabsicherung an Bedeutung: 71 % der Unternehmen halten Kriegsrisikoversicherungen für besonders wichtig und 60 % staatliche Garantien. Bestehende Förderprogramme der EU und Deutschlands nutzen bislang aber nur 10 % der Unternehmen und weiter 5 % haben diese beantragt.

      Über den “German-Ukrainian Business Outlook 2026”

      Die Deutsch-Ukrainische Industrie- und Handelskammer (AHK Ukraine) hat in Zusammenarbeit mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für den „German-Ukrainian Business Outlook 2026“ eine Umfrage unter deutschen Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in oder Beziehungen zur Ukraine durchgeführt.

      Insgesamt 102 Unternehmen haben an der Befragung teilgenommen. Der Durchführungszeitraum lag zwischen dem 31. März und dem 10. Mai 2026. Die Fragen konzentrierten sich auf den wirtschaftlichen Ausblick der deutschen Unternehmen in der Ukraine sowie auf deren Herausforderungen und Geschäftschancen.

       

      German-Ukrainian Business Outlook 2026

      Ukraine-Geschäft: Mehr als jedes dritte deutsche Unternehmen plant Ausbau
      Brücke in der Nacht

      Kontakt für die Presse

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
      Katrin Häbel
      Leiterin Unternehmenskommunikation
      T +49 69 9587 4228
      khaebel@kpmg.com
      www.kpmg.com/de

       

      AHK Ukraine
      Sonja Rentz
      PR und Social Media Managerin
      T +38 0972302389
      sonja.rentz@ukraine.ahk.de  

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