Weltweiter Private-Equity-Markt bleibt selektiv – Deutschland zeigt positive Dynamik zum Jahresende

Ergebnisse des „Pulse of Private Equity Q3 2025“

Ergebnisse des „Pulse of Private Equity Q3 2025“ von KPMG zeigen weniger Transaktionen, aber hohe Bewertungen für Qualitäts-Assets:

  • Globales Private-Equity-Volumen erreicht 1,5 Billionen US-Dollar in den ersten drei Quartalen 2025
  • EMA-Region (Europa, Naher Osten, Afrika) mit 178 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal zweitstärkste Region weltweit – Deutschland mit stabiler, aber selektiver Aktivität
  • Globale Exit-Aktivität zieht leicht an, IPO-Fenster in Europa bleibt vorerst geschlossen
  • Indien sticht innerhalb der EMA-Region als Wachstumsmarkt mit offenem IPO-Fenster hervor

Berlin, 05. November 2025

In einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld entwickelten sich die globalen Private-Equity-Aktivitäten im dritten Quartal 2025 robust. Laut dem aktuellen „Pulse of Private Equity“ von KPMG International erreichte das weltweite Investitionsvolumen in den ersten drei Quartalen rund 1,5 Billionen US-Dollar, davon 537 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal – trotz eines deutlichen Rückgangs der weltweiten Transaktionsaktivität auf 4.062 Deals gegenüber 5.070 im Vorjahresquartal. Die USA verzeichneten mit 300,2 Milliarden US-Dollar ein historisch hohes Investitionsvolumen im dritten Quartal – so hoch wie seit 14 Quartalen nicht mehr.

Auch Deutschland und Europa zeigten stabile Entwicklungen, gestützt durch hohe Liquidität und eine verbesserte makroökonomischen Lage. In der EMA-Region summierte sich das Investitionsvolumen im Jahr 2025 von Q1 bis Q3 auf 474,2 Milliarden US-Dollar (Q3: 178,3 Mrd. US-Dollar); Deutschland trug im dritten Quartal mit 138 Deals und 15,2 Milliarden US-Dollar zum Gesamtergebnis bei. Damit ist die Region nah dran am gesamten Investitionsvolumen von 2024 (647 Mrd. US-Dollar). Die Zahl der Transaktionen ging hingegen weiter zurück – mit 1.736 angekündigten Deals im dritten Quartal gegenüber 2.168 im Vorjahresquartal, dem niedrigsten Stand seit knapp fünf Jahren. Hier bestätigt sich ein anhaltender Trend: Für hochwertige Unternehmen werden weiterhin hohe Bewertungen gezahlt – ihr begrenztes Angebot verschärft den Wettbewerb um erstklassige Assets aber zunehmend.

Zukunftsbranchen und hochwertige Assets stehen im Fokus

  

Zur positiven Entwicklung trägt auch die veränderte Wahrnehmung von Private Equity bei. PE-Investoren etablieren sich zunehmend als verlässliche Transformationspartner – sowohl bei Carve-outs großer Konzerne als auch in familiengeführten Unternehmen. Gerade in einem Umfeld strukturellen Wandels übernehmen Finanzinvestoren immer häufiger eine aktive Rolle bei der strategischen Neuausrichtung und Wachstumssicherung mittelständischer Unternehmen.

Exits: Fokus auf strategische Käufer

Auch der globale Exit-Markt zeigte erste Anzeichen einer Erholung, wenngleich auf niedrigem Niveau. Weltweit belief sich der Exit-Wert Ende des dritten Quartals auf 832 Milliarden US-Dollar bei rund 2.155 Transaktionen – der niedrigste Stand seit über zehn Jahren. In der EMA-Region blieb die Exit-Aktivität im dritten Quartal hingegen weiter schwach: Der Exit-Wert lag mit über 936 Deals bei 220 Milliarden US-Dollar (Ende Q3 2025) – nach 340,5 Milliarden US-Dollar bei 1.675 Transaktionen im Gesamtjahr 2024.

In Deutschland und Europa erfolgen Exits derzeit überwiegend an strategische Käufer aus dem Corporates-Bereich, während der IPO-Markt noch auf größere Börsengänge wartet. „Die Exit-Aktivität bleibt in Europa verhalten“, sagt Tilman Ost, EMA Head of Private Equity und Global PE Advisory Leader bei KPMG. „Viele Augen richten sich nun auf den IPO-Markt. Wann sich dort das Fenster wieder öffnet, wird entscheidend sein, um mehr Exits in der Region zu ermöglichen.“

Zwei deutsche Deals und den Top-10 der EMA-Region

In Deutschland zählt der Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an Kelvion, einem weltweiten Anbieter energieeffizienter Wärmeübertragungs- und Kühllösungen, zu den größten Transaktionen des dritten Quartals. Der Deal rangiert auf Platz acht der zehn größten Deals der EMA-Region in diesem Zeitraum. Ebenfalls unter den Top Ten liegt der geplante Verkauf der ContiTech-Business Area Original Equipment Solutions (OESL) von Continental an den Private-Equity-Investor Regent, der auf Platz neun geführt wird.

Indien rückt langfristig in den Fokus

Innerhalb der EMA-Region entwickelt sich Indien besonders dynamisch. Der Markt profitiert von robusten makroökonomischen Rahmenbedingungen und einer wachsenden Zahl an Investitionen. Das IPO-Fenster ist dort weit geöffnet, unterstützt durch eine starke Aktienmarktentwicklung und hohe Bewertungen in gefragten Sektoren. Diese Marktbedingungen haben dazu geführt, dass immer mehr Private-Equity-Häuser Börsengänge indischer Portfoliounternehmen anstreben – insbesondere bei Unternehmen mit starkem Bezug zum indischen Markt. Mit Blick auf 2026 wird erwartet, dass Indien einer der attraktivsten Wachstumsmärkte für Private Equity bleibt.

 

Weitere Informationen sowie die vollständigen Ergebnisse des Pulse of Private Equity finden Sie auf unserer globalen Themenseite: Q3’25 Pulse of Private Equity — Global insights

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KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Lisa Meier
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lisameier@kpmg.com
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