Wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten verschieben Prioritäten von Top-Managerinnen

Ergebnisse des Global "Female Leaders Outlook"

  • KI im Fokus der Managerinnen, HR- und ESG-Themen werden von der Agenda verdrängt
  • Erfolgsfaktoren: harte Arbeit und persönliche Ambitionen gewinnen an Bedeutung
  • Zwei Drittel der Befragten sehen im persönlichen Netzwerk entscheidenden Karrierefaktor – 81 Prozent nutzen dafür zunehmend Soziale Netzwerke
  • Trotz Krisen erwarten 90 Prozent steigende Umsätze und Mitarbeitenden-Zahlen

Berlin, 21. Mai 2025

In einem wirtschaftlich und geopolitisch angespannten Umfeld verschieben sich die Prioritäten weiblicher Top-Managerinnen. 2025 setzen sie mit ihren Unternehmen stärker auf Technologie als auf HR: 56 Prozent der befragten Managerinnen priorisieren Investitionen in Technologie, während nur noch 44 Prozent den Schwerpunkt auf Personalmaßnahmen legen – ein Umbruch gegenüber 2023 (74 Prozent mit HR-Fokus, 26 Prozent mit Technologie-Fokus). Die Managerinnen sehen insbesondere in KI ein Instrument, um Prozesse zu automatisieren, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz zu steigern. Weiterbildung und Mitarbeitenden-Bindung treten dagegen in den Hintergrund. Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige „Global Female Leaders Outlook“, für den KPMG in Deutschland weltweit fast 500 Top-Managerinnen aus 47 Ländern befragt hat. 

Anpassungsfähigkeit ist wichtigster Erfolgsfaktor für Unternehmen

Getrieben sind die veränderten Prioritäten von der herausfordernden wirtschaftlichen Lage und der zunehmenden Sorge vor geopolitischen Auseinandersetzungen und mehr Bürokratisierung – das sind die Top-Risiken aus Sicht der Managerinnen. Um als Unternehmen in dieser volatilen Phase resilient zu bleiben, sind nach Ansicht der Mehrheit (84 Prozent) Agilität und Anpassungsfähigkeit entscheidend.

Gleichzeitig spielen aus ihrer Sicht neben HR- auch Klima-Risiken eine schwächere Rolle im strategischen Risikomanagement – trotz deren langfristiger Relevanz. 28 Prozent der Befragten geben an, dass andere Geschäftsrisiken derzeit dringlicher sind. Auch beim Thema Gleichstellung gibt es in den Unternehmen weiter Nachholbedarf: Nur 53 Prozent der Managerinnen bestätigen, dass ihr Unternehmen über klare Daten zu Equal Pay verfügen. Zwei Drittel der Befragten berichten von Vorurteilen oder Diskriminierung im Arbeitsumfeld in den vergangenen drei Jahren – ein hoher Wert, der sich seit Jahren kaum verändert und damit eine anhaltende Fehlentwicklung widerspiegelt.

Führungsverständnis verschiebt sich

Stärkere Veränderungen gibt es hingegen beim Selbstanspruch weiblicher Führungskräfte: „Harte Arbeit“ (Platz eins, +77% im Vergleich zu 2023) und „persönliche Ambitionen“ (Platz fünf, + 58% im Vergleich zu 2023) haben für viele Managerinnen inzwischen als wichtige Erfolgsfaktoren an Priorität gewonnen. Faktoren wie „strategisches Denken“ und „Kommunikation“ bleiben relevant, stehen aber nicht mehr allein im Vordergrund. Um in herausfordernden Zeiten erfolgreich zu führen, setzen die Top-Managerinnen zudem auf Faktoren wie „mehr Einsatz“ und „Leistung“.

Auch die Karrieremuster wandeln sich. Immer weniger Frauen planen für den nächsten Karriereschritt einen Unternehmenswechsel. Stattdessen gewinnt die interne Entwicklung an Bedeutung. Zwei Drittel der Befragten stufen zudem ein belastbares persönliches Netzwerk als entscheidenden Karrierefaktor ein – ein Wert, der kontinuierlich zunimmt. 81 Prozent bauen dabei zunehmend auf soziale Netzwerke, die sie im beruflichen Kontext vornehmlich für den Ausbau und die Pflege des persönlichen Netzwerks nutzen.

Trotz Krisenumfeld: Unternehmerinnen blicken zuversichtlich auf Umsatz und Beschäftigung

Trotz aller Unsicherheiten bleiben die wirtschaftlichen Erwartungen stabil. Neun von zehn befragten Managerinnen rechnen mit steigenden Umsätzen in den kommenden drei Jahren. Die Mehrheit geht zudem von einem weiteren Beschäftigungsaufbau aus. Der Blick auf das eigene Unternehmen und die eigene Branche ist deutlich optimistischer als der auf die Weltwirtschaft, die viele weiterhin skeptisch einschätzen.

Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass viele Unternehmen ihre Entwicklung zunehmend als unabhängig von externen Rahmenbedingungen steuern – getragen von technologischem Wandel, interner Resilienz und einem neuen Führungsverständnis.

Kontakt für die Presse

Clemens Reisbeck
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

T +49 89 9282 1722
creisbeck@kpmg.com

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