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      Wie ein internationaler Non-Food-Discounter sein Deutschlandgeschäft erfolgreich neu ausgerichtet und eine drohende Abwicklung in eine nachhaltige Restrukturierung überführt hat. Nach einer schnellen Expansionsphase mit über 60 Filialen stand Pepco vor der Herausforderung, im wettbewerbsintensiven deutschen Markt profitabel zu wirtschaften. Hohe Markteintrittsbarrieren und ein heterogen performendes Filialnetz führten dazu, dass ein wirtschaftlich tragfähiger Betrieb zunächst nicht sichergestellt war. 

      Gemeinsam mit dem Kunden entwickelte KPMG im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung ein tragfähiges Restrukturierungskonzept und begleitete dessen Umsetzung eng. Auf Basis fundierter Analysen wurden ein profitables Filialportfolio definiert, Kostenstrukturen optimiert und zentrale Verträge neu verhandelt. Ergänzt durch eine integrierte Liquiditäts- und Unternehmensplanung sowie datenbasierte Standortentscheidungen entstand ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell. Das Ergebnis: ein stabilisiertes Unternehmen mit klarer Marktposition, gesicherter Finanzierung und nachhaltiger Perspektive für profitables Wachstum.

      Mandant
      Die Pepco Gruppe

      Branche
      Bekleidungs- und Non-Food-Discountern 

      Projektziel
      Restrukturierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung

      Performance, die zählt. Mehrwert, der bleibt.

      74 Mio. €

      Kosteneinsparungen


      36 von 64

      Filialen werden weitergeführt

      350

      Arbeitsplätze blieben erhalten


      Der Weg der Kundentransformation

      Die Pepco Gruppe ist einer der führenden Marktteilnehmer im stationären Handel von Bekleidungs- und Non-Food-Discountern und betreibt europaweit über 4.000 Filialen. Im Jahr 2020 erfolgte der Markteintritt in Deutschland mit einer Expansionsstrategie: In kürzester Zeit wuchs die Anzahl der Filialen auf über 60 an.

      Marktbedingungen für den stationären Handel in Deutschland

      Aufgrund des schnellen Wachstums und der hohen Markteintrittsbarrieren, konnte der Geschäftsbetrieb in Deutschland nicht profitabel betrieben werden. Der deutsche Markt hat jedoch trotz des starken Wettbewerbs großes Potenzial: Das Textil- und Bekleidungs- sowie das Dekoartikel-Segment haben sich nach dem pandemiebedingten Rückgang im Jahr 2020 wieder weitgehend stabilisiert und erzielten 2024 einen Umsatz von rund 76 Milliarden Euro. Der stationäre Handel steht allerdings durch das wachsende Angebot von Online-Anbietern sowie die zunehmende Präsenz internationaler Marktteilnehmer unter erheblichem Wettbewerbsdruck.

      Abwicklungsfall oder Chance auf Restrukturierung?

      Für die Pepco Gruppe haben unsere Kolleg:innen von KPMG Österreich bereits ein Insolvenzverfahren begleitet – auch dort war nach der Expansionsphase der Großteil der Filialen nicht profitabel. Die Pepco Germany GmbH wandte sich zunächst mit dem gleichen Anliegen an uns. In Deutschland zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Viele Filialen erzielten positive Ergebnisse, sodass sich statt einer Abwicklung die Chance für eine Restrukturierung bot.

      Szenario zur Neuausrichtung des Geschäftsbetriebs

      Eine Analyse der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ergab, dass eine Restrukturierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung die größten Aussichten auf Erfolg hatte. In einem Szenario haben wir zunächst dargestellt, wie die Neuausrichtung des Geschäftsbetriebes gestaltet werden kann und wie die Instrumente der Insolvenzordnung dafür genutzt werden können – beispielsweise die Möglichkeit für den Gesellschafter, die bisherigen Investitionen nicht in voller Höhe abschreiben zu müssen und dem Deutschlandgeschäft so neuen Schwung zu geben. 

      Antragstellung und Liquiditätsplanung

      Es folgte die Vorbereitung der Insolvenz in Eigenverwaltung mit den notwendigen Formalien zur Antragstellung und einer Liquiditätsplanung für den Zeitraum des Insolvenzverfahrens. Während des Verfahrens haben wir gemeinsam mit dem Management von Pepco die Liquiditäts- und Unternehmensplanung eng begleitet, um die durchgängige Finanzierung des Verfahrens sicherzustellen. Zugute kam Pepco und uns dabei der Umstand, dass die Geschäftstätigkeit nicht negativ vom Insolvenzverfahren beeinflusst wurde. Im Gegenteil: Das Kundeninteresse an Pepco stieg, und die Umsatzerwartung im Verfahren konnte signifikant gesteigert werden. 

      Maßnahmen des Restrukturierungskonzepts

      Zusammen mit dem Management von Pepco Germany haben wir dann ein Restrukturierungskonzept mit den folgenden Maßnahmen erarbeitet:

      • Aufbau eines profitablen, datengestützten Store-Netzes

        Zur Sicherung der künftigen Profitabilität des bestehenden Filialportfolios wurden zahlreiche Mietbedingungen nachverhandelt. Hierdurch konnten auch Filialen erhalten bleiben, denen sonst die Schließung gedroht hätte. 

      • Fokussierung auf ein nachhaltiges, leistungsstarkes Kernportfolio

        Mietverträge der Filialen, die trotz Kosteneinsparung und Vertragsnachverhandlung kein positives Ergebnis erwirtschaftet hätten, wurden im Rahmen der Insolvenzordnung vorzeitig beendet.

      • Nutzung der Eigenverwaltung als strategischer Restrukturierungshebel

        Kostenoptimierungen und die Möglichkeit von moderaten Preisanpassungen wurden evaluiert, um zusätzliche Einspar- und Ergebnisverbesserungspotenziale zu generieren. So sollte eine nachhaltige Sanierung von Pepco Germany erreicht werden.

      • Von der geplanten Liquidation zur wirtschaftlich optimalen Sanierungsoption

        Durch die Unterstützung des Insolvenzverfahrens vonseiten des Gesellschafters wurde den Gläubigern eine deutlich höhere Insolvenzquote angeboten, als ihnen bei einer Abwicklung zugeflossen wäre.

      In einer White-Spot-Analyse haben wir Umsatz- und Flächendaten mit psychographischen Kundendaten kombiniert, um Performance-Treiber zu identifizieren und Standorte mit Wachstumspotenzial zu identifizieren. Die daraus abgeleitete strategische Neuausrichtung führte auch zur Eröffnung neuer Filialen. 

      Neue Marktpositionierung

      Die Gläubiger stimmten den definierten Maßnahmen zu, sodass das Insolvenzverfahren nach vergleichsweise kurzer Zeit aufgehoben werden konnte. Pepco ist nun vorerst mit einem reduzierten Filialportfolio im Markt vertreten, dafür aber mit zukunftsfähiger Unternehmensplanung, die bei Umsetzung der festgelegten Maßnahmen zu einem positiven Ergebnis führen sollte. Durch die Restrukturierung konnte ein großer Teil der rund 500 Arbeitsplätze und zahlreiche Filialen erhalten werden. Zudem blieben der Pepco-Gruppe Kosten in zweistelliger Millionenhöhe erspart.

      Das Unternehmen hat mit der Entscheidung, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu wählen, einen wichtigen Schritt getan. Sie haben sich aktiv für eine Neuausrichtung entschieden und es geschafft, Reputationsschäden und Umsatzrückgänge zu vermeiden. 

      Unsere Lösung für eine professionelle insolvenznahe Beratung: So unterstützen wir unsere Mandanten und ihr in Insolvenznähe geratenes Unternehmen.
      Unser proaktives Vorgehen und das Aufzeigen von Alternativen zur Abwicklung hat den Startschuss für eine erfolgreiche Restrukturierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens gegeben.
      Christoph Köllmer

      Partner, Turnaround & Restructuring, Performance & Strategy

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft



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