• Matthias Bossardt, Partner |

Unter dem Begriff «Digitale Transformation» arbeiten viele Unternehmen daran, digitale Technologien in ihre Geschäftsabläufe zu integrieren. Sie versprechen sich dadurch eine gesteigerte Kundenzufriedenheit, effizientere Geschäftsabläufe sowie insgesamt mehr Agilität und eine bessere Wettbewerbsfähigkeit. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite: Durch den verstärkten Einsatz digitaler, teilweise neuer Technologien und die intensivierte Nutzung von Daten vergrössert sich die Angriffsfläche für Cyberattacken. Gleichzeitig steigt das Risiko von Datenschutzverletzungen.

Ohne Vertrauen keine digitale Transformation

Die teilweise (noch) grossen Vorbehalte von internen Anspruchsgruppen wie beispielsweise Risikooder Compliance-Funktionen, aber auch von Kunden, Regulatoren und Geschäftspartnern gegenüber neuen Technologien und der intensiveren Datennutzung führen dazu, dass digitale Transformationsprogramme verzögert werden, den erwarteten Nutzen nicht erzielen oder gar vollständig scheitern. Das Schaffen von Vertrauen gegenüber den verschiedenen Anspruchsgruppen wird so zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor eines Unternehmens.

Dies bestätigt die Studie «KPMG Global Tech Report 2023». Darin zeigen sich die digitalen Führungskräfte einerseits zuversichtlich, dass der Einsatz von Technologie in allen Bereichen ihres Unternehmens zu Produktivitätssteigerungen führen wird. Anderseits wurde mangelndes Vertrauen, insbesondere hinsichtlich der Cybersicherheit und des Datenschutzes, als Hauptfaktor genannt, der den Fortschritt der Transformation verlangsamen kann. Angesichts der fortschreitenden Migration zu Cloud-Infrastrukturen gaben zudem 40 Prozent der Befragten an, dass die Verbesserung der Sicherheit zu einem der wichtigsten Ziele ihrer Cloud-Projekte geworden ist.

Sicherheit stärkt Kundenbindung

Viele Unternehmen sehen Cybersicherheit mittlerweile nicht mehr nur als eine Notwendigkeit zur Vermeidung von Ausfällen, sondern auch als Chance im Markt. Unternehmen, die in puncto Sicherheit gute Leistungen erbringen, erzielen einen Wettbewerbsvorteil. So geben 63 Prozent der Unternehmen, die an der KPMG-Studie teilgenommen haben, an, dass die Verbesserung der Cybersicherheit und des Datenschutzes ihnen dabei hilft, ein Kundenerlebnis zu schaffen, das die Kundenbindung stärkt.

Um maximal von der digitalen Transformation profitieren zu können, behalten die Technologieführer Cybersicherheits- und Datenschutzaspekte bewusst im Auge. Viele Unternehmen haben festgestellt, dass ein proaktives Management dieser Themen in der Frühphase von Transformationsprojekten die Erfolgsquote deutlich erhöht. Bewährt hat sich dabei der Security-/Privacy-by-Design-Ansatz. Dieser bettet die Sicherheit in den Kern des Unternehmens ein und ist ein breit akzeptiertes Prinzip: 62 Prozent der Unternehmen managen Risiken in den frühen Projektphasen mit diesem Ansatz, um die Erfolgsquote von Transformationsprogrammen zu erhöhen.

Mittlerweile ist in vielen Unternehmen das Bewusstsein vorhanden, dass Investitionen in die richtigen Werkzeuge und Prozesse innerhalb der Entwicklungsumgebung zu einem frühen Zeitpunkt eine sichere und vertrauenswürdige Grundlage schaffen. Damit ist das Unternehmen in der Lage, die Verwirklichung seiner digitalen Ambitionen zu beschleunigen. Sicherheit und Vertrauen zu schaffen, ist jedoch nicht nur eine technische Herausforderung. Vielen Technologiefunktionen mangelt es noch immer an der notwendigen Governance und Koordination im Unternehmen, um Transformationsinitiativen effektiv zu unterstützen und die verantwortungsvolle Nutzung von Technologien und Daten nachhaltig sicherzustellen und zielgruppengerecht zu kommunizieren. All dies ist eine notwendige Voraussetzung, um das Vertrauen der internen und externen Anspruchsgruppen zu erlangen und den versprochenen Nutzen der digitalen Transformation zu realisieren.

Der vorliegende Artikel wurde erstmals am 23. März 2024 in der Handelszeitung veröffentlicht.

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